Samstag, 14. Juli 2018

Großgörschen

Geburtstag: 1277 (urkundliche Ersterwähnung)
Einwohner: 819
Bekannt für: eine Schlacht aus der ein Volksfest wurde



Wie viele Erinnerungsstücke braucht es im öffentlichen Raum, um ein historisches Ereignis im kollektiven Gedächtnis zu halten? Und in welcher Form sollte dies gemacht werden? Genügt ein Monument aus Stein? Oder sind in den Gehweg eingelassene Grabplatten besser? Braucht eine Gesellschaft Gedenktage, an denen man mehr oder weniger pathetisch Blumenkränze niederlegt? Die Ortschaft Großgörschen in Sachsen-Anhalt hat noch eine Form des Gedenkens gefunden, um an die erste Schlacht der Befreiungskriege zu erinnern, die am 2. Mai 1813 auf der Fläche zwischen den Dörfern Großgörschen, Kleingörschen, Kaja und Rahna stattfand. Der Verein „Scharnhorstkomitee Großgörschen e. V.“ veranstaltet jedes Jahr am ersten Wochenende im Mai das Scharnhorstfest. Dabei wird am authentischen Ort und in authentischen Kostümen die kriegerische Auseinandersetzung nachgestellt. Darum herum wird ein ganzes Volksfest organisiert, mit themenbezogenen Vorträgen und einer Dauerausstellung, sowie Zuckerwatte und Losbuden, während man dabei zusieht, wie Menschen so tun, als würden sie andere Menschen töten. Brot und Spiele, ein Klassiker der Menschheitsgeschichte. Aber ist diese Form der Erinnerungskultur nun grundsätzlich verkehrt? Wird hier der Krieg verherrlicht, bagatellisiert oder mit nationalistischem Schwachsinn aufgeladen? Diese Vorwürfe müssen sich Mitglieder solcher historischer Darstellungsgruppen des Öfteren gefallen lassen. Mögen die Vorwürfe bei dem ein oder anderen Kostümträger auf fruchtbaren Boden fallen, so ist es den Gruppen aber im Allgemeinen wichtig, dass ein historisches Ereignis so authentisch wie möglich wiedergegeben werden soll. Für die Darstellung einer Kriegsschlacht bedeutet das, dass es schmutzig wird und laut und zuweilen brutal unästhetisch. Denn der Krieg kennt keinen schönen hollywoodreifen Tod. Man wird getroffen, erstickt an seinem Blut und dann war es das.

Aus dem hohen Elfenbeinturm der ersten – größtenteils friedlichen – Welt lässt es sich natürlich am besten über andere Menschenleben urteilen. Die Zeitzeugen, die sich noch an ein kriegsverheertes Europa erinnern, sterben aus und ihre direkten Nachfahren scheinen nichts, aber auch gar nichts aus der Geschichte gelernt zu haben. Weder aus der älteren noch aus der jüngeren. Da werden Denkmale als Schande bezeichnet, während man auf der Suche nach der tausendjährigen deutschen Erfolgsgeschichte ist, nur um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen, warum ein singuläres Ereignis immer noch solch eine gesellschaftliche Relevanz hat. Die geschichtliche Aufarbeitung durch die nachfolgenden Generationen sollte sich dabei nicht um die Schuld drehen, sondern um die Verantwortung, dass gewisse historische Ereignisse für immer singulär bleiben.
Die Erinnerung an die Vergangenheit, vor allem im öffentlichen Raum, sollte das Ziel haben die Menschen aus ihrem täglichen Rhythmus zu bringen, sie innehalten zu lassen, sie zu stören und vielleicht ein bisschen Schmerz zu verursachen. Denn nur dann kann die Reflexion beginnen. Dabei ist es gar nicht so wichtig, worüber man nachsinnt, ob über die eigene Geschichte oder die eines völlig fremden Menschen, der vor vielen Jahrhunderten lebte. Denn es gibt sie nicht, die wichtigen und die unwichtigen historischen Episoden. Alles ist mit allem verbunden und deshalb auch relevant. Oder um es kurz zu machen: Es gibt in der Menschheitsgeschichte keine Vogelschisse!

Was gibt es da zu sehen?

Das Dorfmuseum

In dem sanierten ehemaligen Rittergutshaus befindet sich das Dorfmuseum. Das Herzstück der Ausstellung ist das Diorama, welches die Schlacht bei Großgörschen am 2. Mai 1813 zeigt. Die Herrichtung der 6.000 Zinnfiguren und der Bau der Kulisse dauerten sechs Jahre. Das Museum wird vom Scharnhorstkomitee Großgörschen e. V. betreut. In den weiteren Räumen wird die Vereinstätigkeit dargestellt, sowie die Geschichte des Ortes bzw. der Region.





Das Scharnhorstdenkmal

Gerhard von Scharnhorst war Chef des Generalstabes des preußischen Heeres und reformierte zusammen mit Gneisenau und Clausewitz das Militär. Er wurde in der Schlacht von Großgörschen am Knie verwundet und starb wenige Wochen danach an Wundbrand. Das Denkmal wurde zur Hundertjahrfeier von Paul Juckoff geschaffen. Hinter dem Denkmal erinnert eine in den Boden eingelassene Steintafel an die sterblichen Überreste, die 1972 bei Bauarbeiten gefunden wurden.






Das Denkmal für die gefallenen Preußen 1813

Dieses Denkmal wird auch Schinkel-Pyramide genannt, da es auf Befehl des Königs Friedrich Wilhelm III. von Karl Friedrich Schinkel entworfen wurde. Das etwa sechs Meter hohe Tabernakel stand ursprünglich auf dem Monarchenhügel. Nach einer Restaurierung in den 1980erJahren wurde es aber in der Nähe des Scharnhorstdenkmals aufgestellt.



Das Denkmal für den Prinzen von Hessen-Homburg

Auch dieses Denkmal wurde von Schinkel entworfen. Es wurde an der Stelle errichtet an der Leopold von Hessen-Homburg tödlich verwundet wurde und kurz darauf starb. Das Denkmal wurde 1815 (oder auch erst 1817, offenbar weiß das keiner mehr so richtig) auf Betreiben von Marianne von Preußen, der Schwester Leopolds, aufgestellt. 1974 musste es auf Grund von akuter Baufälligkeit entfernt werden. Im Jahr 1999 wurde eine originalgetreue Kopie aufgestellt.




Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges



Der Monarchenhügel

Dort wo einst die der preußische König Friedrich Wilhelm III. und der russische Zar Alexander I. standen und das Schlachtgeschehen verfolgten, steht heute der Sockel, des Denkmals für die gefallenen Preußen. Um den Monarchenhügel ist nichts außer Feld und Wiese.
Etwas unterhalb der Erhebung ist der sogenannte Huldigungsstein, den die Bewohner von Großgörschen 1815 für ihren neuen König aufstellten. Denn als Ergebnis des Wiener Kongresses gehörte diese Region als Teil der Provinz Sachsen nun zu Preußen.


Der Blick von oben



Die Kirche

Der 17 Meter hohe Turm des Gebäudes wurde 1150 als Wehrturm gebaut und hatte in seiner ursprünglichen Form weder Fenster noch Türen, sondern nur eine Einstiegsluke. Das Kirchenschiff wurde zwischen 1400 und 1500 gebaut.






... und selbst, wenn man alle Denkmäler ignoriert, die in diesem kleinen Ort zu finden sind, kann man sich doch nicht der Historizität entziehen.




Mittwoch, 20. Juni 2018


Rötha

Geburtstag: 1127 (urkundliche Ersterwähnung)
Einwohner: 6215 (inklusive aller Ortsteile)
Bekannt für: einen Stausee, viel Obst, ein gesprengtes Schloss und irgendwas zum Thema „Völkerschlacht“

Das Wappen mit dem Heiligen Georg wird von der Stadt Rötha seit 1886 benutzt. Das Fenster stammt aus dem Gasthof "Drei Rosen" und wurde 1931 gestiftet.

Es ist natürlich schlimm, wenn ein Schloss oder ein Herrenhaus leerstehen und langsam vor sich hingammeln. Noch schlimmer ist es allerdings, wenn einem Schloss nicht mal die Chance gegeben wird, in Ruhe zu einer Ruine zu verfallen. So ist es dem Schloss in Rötha ergangen, welches 1969 gesprengt wurde. Aus Gründen.
Im Jahr 1592 erwarb Carl von Friesen das Schloss und das Rittergut Rötha. Nach dem das Gebäude im 30-jährigen Krieg einigen Schaden erlitten hatte, wurde ein Schlossneubau veranlasst, welcher 1668/69 abgeschlossen wurde. Die Mitglieder der Adelsfamilie von Friesen waren hauptsächlich am sächsischen Hof tätig, beispielsweise als Geheime Räte oder hohe Militärangehörige.
Zu einem wichtigen Ort wurde das Schloss Rötha im Jahr 1813 kurz vor der Völkerschlacht bei Leipzig. Nachdem schon der preußische Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher das Schloss nach der Schlacht bei Großgörschen am 2. Mai 1813 als Hauptquartier nutzte, taten es ihm Kaiser Franz I. von Österreich, Zar Alexander I. von Russland und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen gleich. Vom 16. bis zum 19. Oktober diente das Schloss Rötha auch den verbündeten Monarchen als Koordinationszentrum.
Die Herren von Friesen blieben bis zur Enteignung im September 1945 wohnhaft auf Schloss Rötha. Danach verfiel das leerstehende Schloss. Am 16. und 17. Dezember 1969 wurde es gesprengt und abgebrochen.
Heute steht an der Stelle des Gebäudes ein Denkmal, welches auf die Bedeutung während der Völkerschlacht hinweist. Der Schlosspark, der auch mehr oder weniger verwachsen war, wird seit einigen Jahren wieder nach den historischen Vorlagen hergerichtet.





In der „Beschreibenden Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsens“ beschrieb Cornelius Gurlitt 1891 das Schloss mit den folgenden Worten: „Auf der Stelle einer früheren Wasserburg errichtet, deren Befestigungen noch deutlich zu erkennen sind. Die sogenannte kleine Pleisse ist durch Menschenhand um die eine Seite der Wirthschaftsgebäude und einen Theil des Gartens geleitet. (…) Die Gesamtanlage bildete demnach eine Insel, in deren westlichem Theile sich, wiederum inselartig, von einem jetzt theilweise zugeschütteten Wassergraben umgeben, das Schloss erhebt. (…) In der Mitte des 17. Jahrh. machte der gefährliche Zustand des Gebäudes dessen Umbau nöthig. (…) Die 26,3 m breite, 34,3 m tiefe und bis zu dem Hauptgesims 19,7 m hohe Anlage zeigt vier thurmartige, viergeschossige Eckbauten, von welchen in neuerer Zeit der nordwestliche abgetragen werden musste, die östlichen springen in einer Breite von 8,57 m vor. Zwischen ihnen erhebt sich der 28,7 m hohe Thurm mit Inschriftstafel.“

Was gibt es noch zu sehen?

Das Heimatmuseum

Das Heimatmuseum, welches hauptsächlich ehrenamtlich geführt wird, befindet sich im ehemaligen Gefängnisgebäude des Amtsgerichtes von Rötha. Es wurde 1910 gebaut und war bis 1953 in Benutzung.
Das Museum umfasst alle Epochen von der Früh- bis zur Zeitgeschichte, sowie alle Personen und Ereignisse, die für die Stadtgeschichte prägend war. Wie das immer bei ehrenamtlichen Einrichtungen der Fall ist, ist das Geld an allen Ecken knapp. Also, meine liebe Leserschaft, wenn ihr mal in der Nähe seid, gönnt doch dem Museum und eurer eigenen Bildung den einen Euro Eintrittsgeld.

Im linken Gebäude des ehemaligen Gefängnisses befindet sich das Heimatmuseum. Im rechten Gebäude des ehemaligen Amtsgerichtes befindet sich heute ein Mehrgenerationenhaus mit Kindertagesstätte und Stadtbibliothek.
Neben den klassischen Räumen eines Heimatmuseums ...

.... gibt es auch spezielle Räume zur Regions- und Stadtgeschichte, wie z. B. über die zugunsten des Braunkohleabbaus devastierten Dörfer.

Das Heimatmuseum besitzt auch einige Stücke des 1969 abgerissenen Schlosses.

Ein Modell des Schlosses um 1813 (Maßstab 1:100).

Eine Gefängniszelle im Kellergeschoss des ehemaligen Gefängnisses. Das Gebäude war mit dem benachbarten Amtsgericht durch einen unterirdischen Gang verbunden.


Die St. Georgenkirche

Die Kirche wurde um 1140 gebaut. In den folgenden Jahren wurde die Kirche mehrfach umgebaut, besonders während des 17. Jahrhunderts. Die Silbermannorgel wurde 1721 eingeweiht.





Die St. Marienkirche

Die Kirche wurde in den Jahren 1508 bis 1520 erbaut. Der Bau wurde nie richtig abgeschlossen, weshalb die Kirche hauptsächlich aus einem großen Chorraum besteht. 1932 stürzte der Turm ein und wurde nicht wiederaufgebaut. Auch die Marienkirche hat eine Silbermannorgel, die 1722 eingeweiht wurde.



Die Obstweinschenke

Rötha trägt auch den Beinnamen „Gartenstadt“. Dies geht zurück auf Friedrich Otto Heinrich von Friesen, der den Obstanbau in Rötha ausbauen wollte, da die Obsternten immer ertragreicher wurden. Im Jahr 1875 wurde eine Gärtnerlehranstalt gegründet und 1883 die Röthaer Großkelterei, die die Obsternte industriell verarbeitete. Im Jahr 1888 eröffnete die Obstweinschenke, die sich zu einem beliebten Ausflugsziel etablierte. Ende des Jahres 1993 wurde sie geschlossen und verfällt seitdem.




Der Wasserturm

Der Wasserturm wurde 1913 errichtet und ist 35 Meter hoch. Er dient immer noch der Wasserversorgung und wird derzeit saniert.



Das Volkshaus

Direkt neben dem Wasserturm steht das Volkshaus von Rötha. Es wurde 1926 eröffnet.




Der Stausee

Der Stausee wurde in den Jahren 1938 bis 1942 angelegt. Vorher befanden sich dort Wiesen und Obstplantagen. Der See beinhaltet 275.000 m³ Wasser und wird durch die Pleiße gespeist.



Sonntag, 10. Juni 2018


Wölkau

Geburtstag: 1222 (urkundliche Ersterwähnung)
Einwohner: 629
Bekannt für: einstürzende Altbauten



„Lass die Tür nicht so lange offenstehen! Da kommt bloß der Schwamm ´rein.“ Dieser Satz, der oft als humoristische Erziehungsmaßnahme dient, ist für das Schloss Schönwölkau bitterer Ernst geworden. Und der Hausschwamm ist nur einer von vielen Punkten, die den Verfall dieses einstmals schönen Schlosses beschleunigen.
Aber beginnen wir die Geschichte vorn. Im Jahr 1659 kaufte Christoph Vitzthum von Eckstädt das Rittergut (welches damals noch Klein-Wölkau hieß) vom Vorbesitzer Johann Gottfried von Schönfeld. Der Bau der Vierflügelanlage zog sich vermutlich bis zum Jahr 1703 hin und wurde von einem unbekannten italienischen Architekt ausgeführt. Ab 1712 ließ Friedrich, der Sohn von Christoph Vitzthum von Eckstädt, die Fassade des Herrenhauses nochmals umgestalten. Besonders die Gebäudeseite zum Park wurde mit barocken Elementen verziert. Der Schlosspark wurde nach französischen Vorbildern angelegt.
Das Schloss und der umfassende Landbesitz in und um Wölkau blieben bis zur Enteignung im Herbst 1945 im Besitz der Grafenfamilie Vitzthum von Eckstädt. Das Rittergut Wölkau wurde in das Volkseigene Gut Wölkau umgewandelt, welches den Wirtschaftshof des Schlosses weiternutzte. Der Südflügel wurde der Sitz des Kreiskulturhauses. In den restlichen Schlossräumen und der Orangerie wurden Wohnungen eingerichtet.
Seit Anfang der 1990er Jahre stand das Schloss leer. Im Jahr 1998 fand sich eine Investorengruppe, (unter ihnen ein bekannter Pianist und Dirigent) die das Schlossareal kaufte, mit dem Bestreben es in ein Kulturzentrum zu verwandeln. Die Investitionen lassen bis heute auf sich warten. Die einzige Aktion war die Errichtung eines Bauzaunes um die Schlossanlage. Auch die Verhängung von Strafgeldern seitens der Gemeinde haben keine Bewegung der Investoren hervorgerufen. Inzwischen gibt es einen neuen – angeblich sanierungswilligen – Interessenten für das Objekt. Ich wünsche es der Schlossanlage und auch dem ganzen Ort, dass es diesmal gut ausgeht. Und für alle Menschen, die mit dem Gedanken spielen sich ein Schloss zu kaufen, kommen hier noch ein paar – offensichtlich notwendige – Bemerkungen: Überlegen Sie sich diesen Kauf gut! Der Kaufpreis ist meistens der geringste Kostenpunkt, denn denkmalschutzgerechtes Bauen kostet nun mal Geld und Geduld, aber vor allem Geld. Ein Schloss zu kaufen mit allem was rundherum dazugehört ist (oder sollte) ein Lebens- bzw. Herzensprojekt sein. Machen Sie es richtig oder lassen Sie es sein! Ich habe langsam echt keine Nerven mehr für traurige Schlossgeschichten aus der Provinz, vor allem da es inzwischen auch so viele schöne Schlossgeschichten gibt.

Die Schlosseinfahrt lässt schon Schlimmes erahnen.
Die Vierflügelanlage verfügt über zwei Innenhöfe.

Die Fassade des Südflügels zur Parkseite


Die ehemalige Orangerie
Der Schlosspark schließt sich an den Südflügel des Schlosses an.
Die barocke Parkgestaltung ist nur mehr zu erahnen.

An den nördlichen Teil des Schlosses schließt sich ein Teich an.
 Ein positives Beispiel, wie man mit historischen Bauwerken umgehen kann, gibt es schon im Ort selbst. Die Patronatskirche, die in den Jahren 1680 bis 1688 unter Christoph Vitzthum von Eckstädt errichtet wurde, war ausschließlich den Gottesdiensten der Gutsherren vorbehalten. Schon kurz nach der Fertigstellung zeigten sich Risse, die repariert werden mussten. Doch die Risse kamen immer wieder, vor allem im Gewölbe. Die dauernde Reparaturbedürftigkeit ist wahrscheinlich auf eine fehlerhafte Baukonstruktion zurückzuführen. Der endgültige Einsturz des Daches erfolgte im Jahr 1969 und die Kirche verfiel zur Ruine. Nach der Wende gab es einige Sanierungsmaßnahmen und ein Verein nahm sich der dachlosen Kirche an. Inzwischen dient sie als Veranstaltungsort für verschiedene kulturelle Veranstaltungen. Den Kirchenturm kann man besteigen.

Sehr häufig stolpert man in Wölkau auch über den Namen des Dichters und Philosophen Christoph Fürchtegott Gellert. Sowohl die Grundschule als auch die evangelische Kirche tragen seinen Namen. Tatsächlich war Gellert oft zu Gast im Schloss und beschrieb das Schloss und den Park ausführlich.